11. 2010 -Großbritannien

Montag, 5. Juli 2010

02.07.2010 - Rueckfahrt Hoek van Holland - Hamburg

Um 7,45 Uhr beginnt die Ausschiffung in Hoek van Holland nach einem wenig empfehlenswerten voellig ueberteuerten Fruehstueck (EURO 12,50 vor Ort, EURO 11,00 bei Vorausbuchung) auf der hochmodernen, in der Ausstattung der Kabine und der Restaurantdecks einem Kreuzfahrer nahe kommenden Faehre STENA HOLLANDICA.
Den Zug nach Rotterdam Centraal um 8.22 Uhr muessen die Radfahrer wieder verlassen, da man erst ab 9.00 Uhr mit Fahrrad die Nahverkehrszuege benutzen darf. Der Fuehrer des naechsten Zuges um 8.37 Uhr ist da human und laesst alle mitfahren. Dadurch habe ich noch eine knappe Stunde Aufenthalt in Rotterdam fuer einen Kaffee in Bahnhofsnaehe in bereits heisser Sonne. Weiter geht die Reise nach Amersfoort, wo ich in den IC nach Stettin/Polen umsteige und noch in den Genuss einer kostenlosen Sauna komme. Da die Bahn in Holland mit einer niedrigeren Stromversorgung der Aggregate als in Deutschland faehrt, spielt die Klimaanlage verrueckt und statt Kuehlung gibt es Erwaermung und das bei 30 bis 35 Grad Aussentemperatur. Nach der deutschen Grenze wird es zwar kfr. besser, aber nicht laenger als 10 Min. Insofern ist der naechsten Umstieg in Osnabrueck eine Erloesung nach 2 1/2 Stunden, auf dem Bahnsteig bei ca. 32 Grad fuehlt man sich sogleich richtig erfrischt.
Viele internationale Umsteiger, ein Japaner auf Europareise mit Fahrrad und Rucksack, drei Kanadier mit Rucksäcken ebenfalls, nette Kerle.
Nach knapp einer Stunde (mit Fahrrad darf man nicht den ICE benutzen) geht es per IC nach HH Harburg, wo ich sehnsuechtig von Frauke erwartet und innigst empfangen werde. Auch Christoph ist von der Arbeit mit Motorrad zur Begruessung gekommen. Dafuer vielen Dank.
25 Tage sind fast wie im Fluge vergangen, 20 1/2 Tage auf dem Rad waren interessant, wobei die letzten Tage sich doch etwas hingezogen haben, das sich die Landschaft nur sehr unwesentlich veraenderte und ich die Heimkehr dann doch herbeigesehnt habe.

Freitag, 11. Juni 2010

8. - 10. Juni 2010 Anreise nach Lerwick/Shetlands

Meine Herzallerliebste (Frauke) faehrt mich zum HH Hauptbhf. - Abschiedsschmerz und dann geht es gleich gut los: Abfahrt statt 11.46 Uhr erst 11.55 Uhr - auf die Bahn ist Verlass. Klappt der Anschluss in Osnabrueck? Holen wir wieder ein sagt der Schaffner, stimmt zwar nicht, aber es reicht dann doch. Weiter nach Amersfoort/NL, bei 2 Min. Umsteigezeit (hatte eigentlich mit Weiterfahrt nach 29 Min. gerechnet, aber der Anschlusszug steht am gleichen Bahnsteig ggue. geht es weiter nach Rotterdam/Centraal. Probleme dank Bauarbeiten, sehr unuebersichtlich, aber nach einmal raus aus dem Bahnhof und zweimal hoch auf den Bahnsteig finden ich dann doch das total versteckte Gleis. Weiter nach Hoek van Holland, wo ich 30 Min. frueher als gedacht ankomme und nach kurzer Wartezeit auf der STENA Britannica einchecken kann zur Ueberfahrt nach Harwich ins Land der Queen. Kabine o.k., Dusche wunderbar, Abendessen bescheiden, aber wer die Nordsee mit dem Rad umrunden will, muss ohnehin manchmal leiden - dann lieber hier beim Essen.
Auf einer Bahn-/Schifffahrt lernt mal natuerlich viele Leute kennen. Im Zug von HH nach OS einen Nuernberger, der an der Elbe und durch Meck-Pomm in 10 Tagen 750 km zurueckgelegt hat; einen Trierer der mit Autokarten an Mosel und Rhein nach Holland und von dort an der Kueste bis Sylt geradelt ist. An der Faehre treffe ich ein Paar aus Amsterdam, das bis Ende August den Nordseeradwanderweg vollstaendig in einem Rutsch befahren will. Wir tauschen gute Wuensche und ein paar Tipps aus und hoffen auf ein Wiedersehen irgendwo zwischen Newcastle und Edinburgh, da ich von Norden und die beiden von Sueden kommend uns irgendwo dort begegnen muessten. Ein engl. Paar aus Norwich hat an Rhein und Mosel geradelt und auf der Heimreise, will dort aber nicht mehr radfahren (vermutlich die Umstellung von Rechts auf Links das Risiko).
Wetter war uebrigens durchwachsen, in D heiter bis wolkig, in Rotterdam goss es wie aus Kuebeln. Dunkle Wolken an der Kueste.

Am naechsten Morgen heisst es zeitig aufstehen - 5.10 Uhr (engl. Zeit - eine Stunde gewonnen), nach einem ordentlich Fruehstueck soll es um 6.30 Uhr vom Schiff gehen, um 7.13 Uhr faehrt der Zug nach Manningtree. Aber das klappt nicht, da unter meinem Deck genau unter der abzusenkenden Rampe noch ein Auto steht, wo der Fahrer wohl verschlafen hat. 6.45 Uhr werde ich unruhig, ab durchs Treppenhaus mit 35 kg Fahrrad incl. Gepaeck. Endlich runter von der Faehre, nach einige vorgegebenen Runden auf dem Hafengelaende geht es durch die Passkontrolle per Rad auf den Bahnsteig.
Keine Treppen behinderten-/fahrradgerechte Rampen! Der Zug kommt puenktlich
, keine Probleme beim Umsteigen in Peterborough und Edinburgh, so dass ich nach einem zwischenzeitlichen Besuch im vodaphone-shop in Edinburgh (s.u.) puektlich in Aberdeen ankomme.
Die Landschaft in Great Britain ist von weitlaeufigen landwirtschaftlich genutzten Flaechen, kleineren Orten mit vielen, sehr vielen typischen englischen Haeusern (vornehmlich Reihenhaeusern) gepraegt. In alten Industriestaedten wie Newcastle nagt der Zahn der Zeit zum Teil heftig. Aber die Eindruecke aus dem Zug sind positiv, das Landschaftprofil je weiter man nach Norden von immer mehr Huegeln und Baumreihen gepraegt. Bin gespannt, wie sich das Terrain aus Fahrradsicht darstellt.
Die graue Stadt am Meer empfaengt mich in Grau, Haeuser, Himmel und Wasser. Ab zur Faehre, da auf den ersten Blick kein vodaphone-shop zu sehen ist. Beim Einchecken grade ich meinen gebuchten Schlafsessel up auf eine 4-Bett-Innenkabine und freue mich auf die Dusche.
Beim Warten vor der Faehre kommt es natuerlich zum Gespaech mit einem anderen Radler (mehr waren da nicht) aus Bristol. Will, so heisst er, will fuenf Tage auf den Shetlands radeln, ist ansonsten aber eher etwas mundfaul (oder er versteht mich nicht richtig und ich ihn nicht).
Vor mir stehen zwei Liliputaner aus Holland, die auf einer Motorradspezialanfertigung unterwegs sind und die Shetlands so erfahren wollen. Haette nicht gedacht, dass es moeglich ist bei der Koerpergroesse ein schweres Motorrad zu fahren und zu halten, wenn man an der Ampel steht.
Nach der Dusche beobachte ich vom Achterdeck die Ausfahrt aus dem Aberdeener Hafen, von wo aus die Oelplattformen in der engl. Nordsee versorgt werden, dementsprechend liegen hier reichlich entsprechende Schiffe. Kurz nach der Hafenausfahrt bleibt das Schiff nach einigen beunruhigenden Geraeuschen stehen. Eine gute Stunde tut sich so gut wie gar nichts. Es steht auf der Stelle - nur Seitenbewegungen ueber Heck und Bug. Der Kapitaen begruendet das ganze mit einer routinemaessigen Kalibirierung der Kompassanlage. Endlich geht es weiter, mit einem leicht unguten Gefuehl, ob man wohl in Lerwick ankommt? Das Abendessen ist so lala, das Bier aber lecker. Nachtruhe um 22.00 Uhr, die Duenung wird hoeher, das Schiff rollt maechtig. Morgens schlingert es schon maechtig, mir wird fast uebel und beim Toilettengang zieht es mir fast die Fuesse unter den Beinen weg. Das haette noch gefehlt.
6.45 Uhr am 10.6. aufstehen, beim fruehstuecken (wieder eher mau) sehe ich hinter uns die AIDAaura, die heute in Lerwick anlegt (Beweisfoto beim Auslaufen noch gerade zustande gekommen). 7.45 Uhr rolle ich von Bord Richtung Jugendherberge. Gespaeck abstellen und aufs Rad, mal sehen was die Beine nach zwei Tagen Nursitzen und -liegen so sagen.

Vodaphone oder Problemtelefon - internet-Zugang in good old germany klappte einwandfrei. In Holland und auf der Insel funktioniert ist nicht. Hinweis beim Versuch ueber vodaphone ins net zu kommen: Simkarte ist nicht fuer Zugang berechtigt. Nun ja, ich gebe die Hoffnung nicht auf, das Ding doch noch nutzen zu koennen, sobald ich wieder in Aberdeen oder Edinburgh ankomme geht es weiter mit dem Versuch, das Ding noch zum Laufen zu bringen. Frauke war leider im vodaphone-shop in Buxte auch erfolglos (Datenschutz!!! Datenschmutz??? Da ich in Lerwick nicht auf meinen Blog komme (w/Virusgefahr sind in der JHG sehr viele Seiten gesperrt) stelle ich den Bericht per e-mail ein und Frauke bzw. David oder Tobi bringen ihn dann auf die nordseerundumperbike-Seite.

Montag, 24. Mai 2010

Great Britain - eine Insel will erfahren werden

Nach einem Jahr Pause mangels Zeit usw. geht es demnächst mit der Nordseeumfahrung per Rad weiter.
Am 8. Juni fährt der Zug von Hamburg nach Hoek van Holland, über Nacht mit dem STENA-Fährschiff nach Harwich, von dort per Zug nach Aberdeen um abends auf die Fähre auf die Shetlands zu steigen, wo ich hoffentlich am 10. Juni um 7.30 Uhr ankommen werden. Und dann gehts los, 2 Tage Shetlands, abends Fähre auf die Orkneys, 1 Tag radeln auf der Hauptinsel, abends mit der Fähre zum schottischen Festland nach John O'Groats. Von dort geht es über Aberdeen, Dundee, Edinburgh (hier 1 1/2 Tage Pause) durch Schottland und dann in England über Newcastle, Middlesborough, York, Hull, Norwich, Ipswich nach Harwich, wo ich am späten Abend des 1. Juli wieder auf die STENA-Fähre steigen werde, um am 2. Juli mit dem Zug von Hoek van Holland zurück nach Hamburg zu kommen - hoffentlich rechtzeitig zum Viertelfinale unserer Fußballnationalmannschaft bei der WM in Südafrika (wenn sie dann noch dabei sein sollten).
20 Tage auf dem Rad mit ca. 2.300 km, gut 1 Tag Pause und 3 Tage An-/Abreise stehen bevor. Hoffentlich spielt der Wetter- und vor allem auch der Windgott (bitte immer von hinten) mit.
Dann fehlen noch rd. 600 km in Norwegen von Kristiansand bis Bergen, um die Nordseeumrundung zu vollenden, die für 2011 anstehen.

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02. 2007 - Start
03. 2007 - Norwegen
04. 2007 - Schweden
05. 2007 - Dænemark
06. 2007 - Deutschland
07. 2008 - es geht weiter
08. 2008 - Belgien
09. 2008 - Holland
10. 2008 - Deutschland II
11. 2010 -Großbritannien
12. 2010 - Schottland - Shetlands, Orkneys, Highlands
13. 2010 - Schottland - der Süden
14. 2010 - England
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